Freitag, 11. Dezember 2009

Es weihnachtet - Christmaspartys in der Sophia

In dieser Woche gab es mitunter einige Ereignisse, welche sich im engsten und im weitesten Sinne mit Weihnachten assoziieren lassen.

Zu allererst wäre da die Weihnachtsfeier des Haribo-Clubs in der Sophia zu nennen. Diese war für den Montag (07. Dez.) um 17:30 Uhr im Gebäude 11 des Campus geplant. Von deutscher Seite haben Tina, Christian und ich zugesagt. Nami, Liane, Stefan und noch ein paar andere konnten leider wegen unterschiedlichen Gründen nicht kommen.
Ich habe mich also mit Tina für 17:00 Uhr vor dem Gebäude elf verabredet. Da ich aber an diesem Tag schon gegen 12:30 Uhr Unterrichtsschluss, jedoch keine Lust zum Nachhausefahren hatte, blieb ich in der Uni und machte dort meine Hausaufgaben. Aber nachdem ich auch meine Vokabeln vollständig gelernt habe, waren immer noch knapp 3 Stunden übrig, und somit entschied mich spontan die Umgebung noch etwas zu erforschen (und das etwas umfangreicher, als für unseren Vortrag).
Nach circa einer halben Stunde Fußmarsch bin ich dann kurzerhand in Shinjuku angekommen. Hab' irgendwie gedacht, es sei weiter von Yotsuya entfernt... Aber weil ich dann schon mal dort war, bin ich gleich durch die Gassen der Kabuki-Cho herumgestreunt. Aber ehrlich gesagt war für mich nichts Interessantes zu entdecken. Warum auch? Die Straße soll für ihre Host-Clubs bekannt sein, in denen Männer (die Hosts) ihre Dienste als charmante Gesprächspartner (teuer) an Frauen verkaufen. Aber es wird maximal getrunken und geflirtet! Also Kopfkino bitte wieder ausschalten. Weiterhin gab es auch noch ein paar Spielhallen und Kneipen zu sehen. Naja. Als ich dann genug von Shinjuku hatte, ging es mit der Bahn wieder zur Uni zurück, wo ich mich dann auch mit den anderen getroffen habe.

Nun endlich zu Haribo und der Weihnachtsfeier. Insgesamt waren wir 12 Leutchen, von denen 25 Prozent aus deutschen Gefilden kamen. Insgesamt ging die kleine Feier zweieinhalb Stunden, in denen wir lecker Kuchen gegessen, sowie Stuhltanz und Bingo gespielt haben. Im Hintergrund summte besinnlich der Soundtrack von "Sister Act 2". Die andere CD mit Weihnachtsliedern wurde mehrheitlich wegen Kitschigkeit aus dem CD-Spieler verbannt.

Die Meute des Tages. Leider verlässt mich bei einigen Gesichtern gerade mein Namensgedächtnis. Daher möchte ich hier lieber keine Missverständnisse aufkommen lassen und nur das Gruppenbild sprechen lassen.

Da mir beim Bingo das Glück hold war, konnte ich einen kleinen Preis mit nach Hause tragen. Es war ein kleiner, dicker Weihnachtsmann, welcher mit kleinen Schokostücken gefüllt war.




Am.Mittwoch (09. Dez.) ist am Morgen aufgrund von Unfällen und Fehlern ein heilloses Chaos bei einigen Bahnlinien ausgebrochen. Als Folge dessen verspäteten sich viele Züge und es kam zu Massenbildung an den Bahnsteigen. Kurz vor dem Einsteigen in die Chuo-Linie trafen wir auf Stefan, welcher uns zielsicher in den ersten Wagon des Zuges lotste. Normalerweise ist der erste und letzte Wagon eines Zuges nur für Frauen reserviert, aber in dem damalige Chaos wurde diese Regel außer Kraft gesetzt, und es konnten auch mal ein-zwei Männer mit rein. Das interessanteste in einem Wagon voller Frauen ist der Fakt, dass die geschlechtsspezifischen Größenunterschiede wegfallen. Heißt also, dass alle Köpfe auf fast derselben Höhe (oder besser Niedrigkeit) aufhörten. Hinzu kam weiterhin, dass alle Damen eine braune Haarfarbe besaßen. Ein seltener Anblick, welchen ich leider nicht mit meine Kamera dokumentieren konnte.

Für den 10. Dezember (Di.) lud der Direktor der Sophia-Universität alle Austauschstudenten zu einer Weihnachtsfeier in der Mensa des 2. Gebäudes ein. Da solch eine Gelegenheit leckeres Essen und Leutetreffen versprach, ging ich hin. Kaum angekommen machte ich erst ein paar Bilder des Saales.



Vier Tische mit Buffet, zwei Tische mit japanischem Spielzeug von damals, eine Kalligrafieecke und ein Mochi-Stand mit einem netten Herrn. Also etwas Süßes und etwas zum Spielen und Spaß haben. Die letzten zwei Dinge hab ich leider nicht geknipst.

Der Auftakt der Feier bestand in einer Rede des Leiters des katholischen Centers (Hideyuki Koyama) und einem Ständchen des Gospel Chors der Sophia (Safro-Family). Auch der Präsident der Universität (Yoshiaki Ishizawa) war anwesend und hielt mit seinem Weinglas in der Hand ein kleine Rede.









Na? Wer erkennt die Gruppe wieder? Die Gesichter kamen mir sofort bekannt vor, als sie angefangen haben extrem euphorisch ihr Liedchen zu singen. Ich konnte die Performance der Safro-Family auch schon auf dem Fest der Sophia bewundern und auf Film bannen.

Es gab auch ein Spiel, bei dem man sich durch einen vorherigen Bingogewinn für eine Tombola qualifizieren musste, bei der es dann satte Preise abzustauben gab. Insgesamt gab es 15 Gewinne, welche durchnummeriert die Plätze 1 bis 15 ergaben. Die Preise wurden von keinem geringeren als dem Weihnachtsmann persönlich vergeben. Komischerweise hatte er seinen Bauch eingebüßt und dafür an Gesichtsbehaarung zugelegt. Zusammen mit seinen leicht asiatischen Gesichtszügen taufte ich ihn spontan den Zen-Meister-Santa. Hier die Beweisbilder:


Urplötzlich erschien der Weihnachtsmann und verteilte kleine Schokoladenherzchen. Dann kam er auf die Bühne, um die Gewinner der Tombola zu küren.

Ach! Und dann gibt es noch dieses ominöse Foto von mir und Sven mit Gewinnpaketen in der Hand...

Nachdem die Feier vorbei war (hat zwei Stunden gedauert), habe ich noch einen schnellen Abstecher in die Sporthalle der Uni gemacht, weil dort Marlene einen Probeauftritt mit ihrem Cheerleaderclub (den "Lollipoppers") aufführte.

Es trainierte auch noch ein anderer Club in der Sporthalle (Eagles). Jedenfalls habe ich noch nie Mädels live gesehen, welche sich übereinander stapelten und sich gegenseitig in die Luft warfen. Sehr beeindruckend. Aber was bei der Aufführung so leicht aussieht, verlangt hartes Training. Handtellergroße Hämatome (blaue Flecken) sind keine Seltenheit auf Beinen, Armen und Schultern der Cheerleaderinnen.


Soweit von den berichtenswerten Ereignissen der Woche und von mir.


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